Was ist Judo?
Judo: Das Wort selbst besteht aus den Silben JU (sanft,weich) und DO (Weg) und die bekannteste Übersetzung ist "der sanfte Weg", wobei die japanische Sprache eine wesentlich stärker beschreibende Charakteristik aufweist und so das Wort JUDO wesentlich mehr umfasst als die deutsche Übersetzung. Darum wird auch häufig das Prinzip "Siegen durch Nachgeben" als Sinnübersetzung verwendet. Und tatsächlich ist im modernen Wettkampfjudo dieses Prinzip immer noch der schönste Weg zum Erfolg, denn die Ausnutzung der Bewegung und Gewichtsverlagerung des Partners ist Grundlage jeder Technik.  
Im 16. Jahrhundert entwickelten die Samurais (Ritter/Söldner Japans) Jiu-Jitsu aufgrund eines Waffenverbotes (Schusswaffen waren gerade entwickelt worden) am japanischen Hof. Es entstanden mehrere Kampfschulen, die alle unterschiedlichste Techniken lehrten. Als dann 1868 eine Art Revolution stattfand infolge der das Feudalsystem (mehrere Shogune) abgeschafft wurde und die Macht wieder einem Kaiser übertragen wurde, verlor Jiu-Jitsu langsam seine Bedeutung und geriet in Vergessenheit.

Jigoro Kano (1860-1938) entwickelte 1882 ein eigenes Jiu-Jitsu-Prinzip: das JUDO. Dabei achtete er darauf, dass nicht das Niederstrecken des Gegners, sondern vielmehr die persönliche Entwicklung auf körperlicher, geistiger und ethischer Grundlage im Zentrum des Sports lagen. Dieses Prinzip steht bis heute im Vordergrund des Judo, denn ohne ihre Beachtung ist die Ausübung von Judo, in dem gegenseitiger Respekt, Konzentration und Rücksichtnahme gefordert werden, nicht möglich. Aus diesem Grunde legte Professor Kano den Schwerpunkt nicht auf Schlag- und Tritttechniken, die schwer vereinbar mit den Prinzipien des Judos waren und lehrte stattdessen im Kodokan (Übersetzung: "Halle, in der man den Weg studieren kann") mehr Wurf- und Bodentechniken. Schnell begeisterte der Sport auch außerhalb Japans viele junge Menschen durch die Möglichkeit, körperliche Bewegung und Selbstverteidigung ohne Verletzen des Partners auszuüben.

1956 fanden die ersten Weltmeisterschaften in Tokyo statt und ein Jahr später bereits die ersten Europameisterschaften. 1964 wurde Judo für Männer olympisch, 1992 zogen die Frauen nach.

Judo wird heute rund um den Globus gelehrt und ist eine vielfach annerkannte und sehr beliebte Sportart. Besonders heutzutage ist Judo wichtiger denn je, denn es werden grundlegende Bewegungselemente wie Gleichgewichtssinn, Körperbalance und Feingefühl vermittelt, sowie Sozialverhalten und Disziplin gefördert. Dies unterscheidet Judo von anderen Sportarten, die nicht diese Bandbreite abdecken können.

 
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